Autor: Do van Ranst
Erschienen: 2010 bei Carlsen
Genre: Jugendbuch
Worum es geht:
In dem Buch wird von dem Leben des Ich-Erzählers Jef geschildert.
Der zwölfjährige Jef lebt zusammen mit seiner Mutter und seiner schwerbehinderten Schwester Iene in einem Plattenbau. Seinen Vater hat er zwar nie kennengelernt, jedoch ist er davon überzeugt, dass seine messerfanatische Mutter seinen Vater aus Notwehr umgebracht hat. Jedoch wird dies von seiner Mutter nie bestätigt.
Zu seiner Mutter und seiner Schwester hat er ein sehr inniges Verhältnis. Er bemüht sich besonders um seine Schwester und geht gerne mit ihr zu seinem Lieblingsplatz.
Jefs bester Freund ist Süleyman, ein vierzehnjähriger Türke und Nachbar, der einige Stockwerke über ihn wohnt. Mit ihm zusammen verbringt er viel Zeit damit, im und am Hochhaus zusammen herumzuhängen und sich zu unterhalten. Hierbei wird Süley allerdings auch häufig Opfer von Jefs Beleidigungen. Jedoch sind beide, trotz Jefs Behauptungen, sehr gute Freunde.
Allein Harry, der Lebensgefährte von Jefs Mutter, kommt nicht gut mit Jef aus. Jef akzeptiert ihn nicht als neuen Vater, sondern fühlt seine Familie eher von ihm bedroht. Oft behauptet er, dass Harry Iene nicht akzeptiert und sie deswegen in ein Heim geben will, später unterstellt er ihm Diebstahl. Um ihn schließlich los zu werden möchte er ihn davon überzeugen, dass seine Mutter seinen leiblichen Vater wirklich ermordet hat und heckt einen ziemlich skurrilen Plan aus.
Meine Meinung:
Dieses Buch zeigt sehr komplex die Beziehungen und die Verhältnisse, in denen Jef aufwächst und behandelt viele vielschichtige Themen. Ich liebe den Aufbau der Charaktere, die eine Grundlage für überzeugende authentische Charaktere bilden. Jefs verschiedene Gefühle für seine Familie als auch die seltsame aber doch verbindende Freundschaft mit Süleyman wird sehr gut beschrieben. Auch das Thema der neuen Vaterfigur, die im Buch auftaucht ist sehr interessant geschildert. Die Atmosphäre im Buch ist zwar ziemlich grau und eintönig, so wie es in seinem Hochhaus ist, jedoch hat sie etwas von einer Leichtigkeit, die die Atmosphäre nicht so erdrückend macht.
Ich befinde es für ein sehr gutes Buch, über das man vielleicht öfter nachdenken muss und nachdenklich stimmt.

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